Gefangen im Büro-Labyrinth: Warum Veränderung stecken bleibt. Zu Gast Dr. Julia Dannath
Shownotes
Darum geht’s in der Folge
- Warum Räume und Umgebungen unsere Stimmung, Motivation und Zusammenarbeit beeinflussen
- Die These: Die physische Umgebung ist „kein neutraler Hintergrund, sondern ein aktiver sozialer Akteur“
- Architektur als stille Sprache der Organisation: Status, Kontrolle, Transparenz, Macht
- Warum Kulturwandel ohne räumliche Veränderung oft nicht funktioniert
- Führung in Zeiten von Unsicherheit: Stabilität geben, obwohl man selbst unsicher ist
- Meta-Kompetenzen statt Skillsets: Critical Thinking, Anpassungsfähigkeit, schnelles Denken
- Plädoyer für ältere Mitarbeitende: Erfahrung, Zuversicht, Stabilität – gerade jetzt entscheidend
Dr. Julia Dannath auf LinkedIn https://www.linkedin.com/in/julia-dannath-2020/
Hosts: 🎙 Michael Neukirchen – LinkedIn 🎙 Dr. Ingo Markgraf – LinkedIn
Podcast: 🔗 Märchenland Mittelstand auf LinkedIn 🔗 Märchenland Mittelstand auf Bluesky
Hinweis: Märchenland Mittelstand ist ein Corporate Podcast der BIRCO GmbH, Baden-Baden, Datenschutz, Impressum
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00:00:08: Hallo zusammen, liebe Hörerinnen, liebe Behörer im Märchengarn-Mittelstand.
00:00:13: Herzlich willkommen an meiner Seite, wie immer.
00:00:17: Mein lieber Kollege Michael Neukirchen, oder Michael?
00:00:19: Hallo Ingo, na?
00:00:21: Wie war dein Jahresstaat?
00:00:23: Mein Jahresstaat war gut.
00:00:24: Kalb, frostig, mit Schnee, wie fast überall.
00:00:27: Glattes Straßen, aber alles gut gegangen.
00:00:30: Und ich freue mich, dass wir im Märchenland das neue Jahr auch begrüßen können.
00:00:34: Mittlerweile schon fast Ende Januar, aber wir sind da.
00:00:37: Genau.
00:00:37: Und du hast ja bestimmt die besinnliche Zeit genutzt und irgendwas Interessantes für unsere erste Folge im Jahr zwanzig, sechsundzwanzig gefunden.
00:00:46: Habe ich.
00:00:47: Also heute, wir haben ja wieder einen ganz wunderbaren Gast, die ich mich sehr freue.
00:00:53: Heute wird es ein bisschen psychologisch und ein ganz kleiner Blick in den Schweiz rüber, dafür können wir schon mal spoilern, aber dazu gleich mehr.
00:01:02: Mich beschäftigt gerade ein Thema, nämlich... Was machen Räume mit Menschen?
00:01:07: Räume und Umgebung.
00:01:10: Welchen Einfluss hat eigentlich die Umgebung, in der wir arbeiten, auf unsere Motivation, auf unsere Stimmung?
00:01:20: Und da gibt es ein paar ganz, ganz interessante Erkenntnisse.
00:01:24: Aber was löst es bei dir so aus, wenn ich das so sage?
00:01:28: Welchen Einfluss haben Räume bei dir?
00:01:30: Räume sind... Wichtiger, wie man denkt.
00:01:33: Man merkt es immer, wie man mal die Wohnung umräumt.
00:01:37: Das macht schon was mit jemandem.
00:01:38: Also ich finde es halt wichtig, dass man es zwischendurch bewusst mal betrachtet, den Raum um sich herum, wie der einem wieder spietet.
00:01:47: Also was es mit einem Marszeug dafür klar hat, ist irgendwie ein bisschen messy.
00:01:53: Und ja, das ist privat, wie auch im unternehmerischen Umfeld, glaube ich, ganz wichtig.
00:01:59: Also glaub ich auch und je mehr ich mich damit beschrickt, desto mehr achte ich mal ganz persönlich drauf.
00:02:03: und so, wenn ich in den Raum reingehe, was macht das mit mir?
00:02:06: Was ist da los irgendwie?
00:02:10: Und löst das irgendwie irgendwas aus?
00:02:13: Und wir haben das bei uns in der Firma ja auch so ein paar Räume ganz neu gestaltet und man sieht ja sofort wie die Stimmung entstehen.
00:02:20: Ich hab das früher so in der Beratung immer gesagt, ich stell da, da wo die Leute sich treffen sollen, bestellt einfach die beste Kaffeemaschine hin.
00:02:28: Das ist sicherlich einer.
00:02:28: das folgt, aber reicht natürlich nicht.
00:02:31: Und darüber möchte ich noch ein bisschen sprechen.
00:02:33: mit dir gleich.
00:02:34: Räume wirken, Design wirkt, ein weißes Design wirkt, ein Bauhaus wirkt, vor allem auch ein buntes Bauhaus, das vergessen viele Bauhaus ist nicht hier Rheinhausseitung, alles weiß und fähig, sondern die Innenräume im Bauhaus sind ja eigentlich sehr bunt.
00:02:51: In den Sechzigern kam das mal wieder.
00:02:54: Vermieter haben sich gefreut über rote Wände, aber Räume machen schon was mit einem.
00:03:00: Und damit haben sich natürlich Menschen, wie mit allem, haben sich Menschen mal wissenschaftlich beschäftigt.
00:03:04: Ich habe mir immer so ein paar Sachen angeguckt.
00:03:06: Da haben wir so ein bisschen was Älteres von Elzbach und Beschki,
00:03:13: Beschki,
00:03:13: mit CH Kalfseln, und das war ich den Satz ganz schön.
00:03:18: Die physische Umgebung von Organisationen ist kein neutraler Hintergrund.
00:03:22: sondern ein aktiver sozialer Akteur.
00:03:25: Das heißt, auch die Umgebung ist ein aktiver sozialer Akteur.
00:03:30: Das ist nicht nur eine Wand, die da steht, das ist nicht nur ein Teppich, der da liegt, sondern das macht irgendwas.
00:03:34: Und zwar, ein Akteur, der Identität, Macht, Interaktion, Emotion, Lernen und Kultur
00:03:41: formt.
00:03:42: Ja, würde ich sofort unterschreiben, aus zwei Gründen.
00:03:46: Für jeden mal ein Tipp, Frankfurt-Gelte-Uni IG-Farbenhaus.
00:03:52: was das mit einem macht, oder diverse Industriegebäude in Belgien und Niederlanden, so aus den Zehnern und zwanziger Jahren.
00:04:04: Man muss verstehen, dass zu der Zeit, als diese Industrie-Dinkmaler gebaut wurden, viele Menschen noch auf magischen Straßen in kleinen Dörfern mit Kutschen fuhren.
00:04:14: Also für einen Angestellten in so einer Umgebung als Ingenieur oder als Sekretär zu arbeiten, mit vielleicht einer Schreibmaschine anstatt mit einem Holzgriffel war schon ein revolutionärer Akt.
00:04:30: Ich will das gar nicht mal bewerten, sondern was sind denn so Merkmale von der Architektur, die Kultur beeinflussen?
00:04:41: Und ich mochte den Satz sehr, Räume wirken wie eine stille Sprache der Organisation.
00:04:47: Und also Glaswände?
00:04:50: haben einmal das Thema Transparenz, aber auch das Thema Kontrolle.
00:04:56: Ich sehe ja immer was da passiert.
00:04:59: Also so doppeldeutig sind die Sachen dann auch.
00:05:01: Eckbüros, Status, Macht, Wichtigkeit, Sekretariat, vorgeschaltet, noch mal eine Tür.
00:05:07: ist die Tür auf, ist die Tür zu.
00:05:09: Das macht ja alles was mit Menschen und das ist alles eine Botschaft.
00:05:13: Und sich damit so beschäftigen finde ich sehr, sehr spannend.
00:05:14: Insbesondere dann, wenn man glaubt, Räume können verändern und Räume können stabilisieren und können bewahren.
00:05:24: Nicht nur Räume, sondern die ganze Gegebenheit.
00:05:28: Wir sitzen in der Nähe von Baden-Baden, haben wir oft erzählt, im Naturschutzgebiet.
00:05:32: Das macht ja was mit uns.
00:05:35: Aber
00:05:35: arbeiten mit sehr viel Beton.
00:05:38: Das ist ja so ein Kontrast.
00:05:39: Ein Betonwerk im Naturschutzgebiet.
00:05:42: In Surprise.
00:05:44: Macht eine Spannung.
00:05:45: Ja,
00:05:45: finde ich schön.
00:05:47: Aber wer mit diesen Räumen immer sehr, sehr intensiv spielt, ist der Tatort.
00:05:55: Die
00:05:55: haben natürlich immer so ein Fetisch mit Räumen.
00:05:58: Da muss man mal ganz genau darauf achten, wie die Akteure ihre Rolle definieren in ihren Räumen.
00:06:06: Also in welchen Büros die sich befinden, ist das so ein kleiner Handwerk?
00:06:10: Ich
00:06:10: bin gar kein Tatort.
00:06:11: Ich auch nicht.
00:06:12: Aber vielleicht gucke ich unter dem Aspekt mal rein.
00:06:15: Bitte,
00:06:15: also da, da legen die schon immer Wert drauf.
00:06:19: Vielmehr vielleicht wie bei klischeehaften Netflix-Serien, die halt immer pompös rüberkommen.
00:06:25: Bei Tatorten ist es immer sehr, sehr gezielt.
00:06:30: Ein Setting ausgesucht und auch Gegenstände, die da stattfinden.
00:06:35: Das ist schon spannend und cool.
00:06:37: Wenn wir über so Kulturwandel sprechen, haben die sich damit beschäftigt, warum Kulturwandel in alten Räumen oft stecken bleibt.
00:06:45: Das ist so eine Metapher, die ich mag.
00:06:47: Das bleibt da drin stecken, weil die neue Kultur wird ausgerufen, es werden Werte definiert, es wird irgendwie neue Führungskultur definiert.
00:06:54: Die Umgebung bleibt die gleiche und in der Umgebung steckt ganz viel der Identität und steckt ganz viel der Kultur.
00:07:02: Das heißt, diese wechselseitige Bedingung.
00:07:05: Raumänderung verändert nicht automatisch Kultur.
00:07:08: Aber eine Kulturänderung ohne eine räumliche Veränderung funktioniert auch nicht.
00:07:13: Weil als
00:07:14: die
00:07:15: die Umgebung voll steckt mit Erinnerungen mit mit all dem, was das Unternehmen über viele viele Jahre ausgemacht hat.
00:07:23: Beides scheint sich zu bedingen.
00:07:27: Ich finde räumliche Veränderungen, vielleicht kann man das auch auf Firmen projizieren, zu einem gewissen Anlass eine Veränderung im Zuhause bewusst herbeizuführen, ist dann eine Art... ... zelebrieren von einem Zeitabschnitt.
00:07:44: Da funktioniert es mitsamt einer ... ... Veränderung der Bewegung im Raum, ... ... der Funktion des Raums, ... ... dem Miteinander im Raum, ... ... dann funktioniert es relativ gut.
00:07:54: Wenn man das bewusst wählt, ... ... zu einem Zeitpunkt, ... ... der auch passt.
00:08:00: Also, wenn sich es so ergibt, ... ... man darf es nicht verpassen.
00:08:04: Ich glaube, wenn man es verpasst, ... ... dann bleibt man irgendwann stecken, ... ... da sieht man bei älteren Menschen, ... ... die dann irgendwie ... wo die Wohnungen an Stecken geblieben sind.
00:08:14: Wenn du was räumlich veränderst, dann stößt du eine kulturelle Veränderung an.
00:08:19: Irgendwas passiert dann.
00:08:20: Und wenn du das nicht bewusst tust oder wenn du das nicht mitmanagst und begleitest, dann führt eben die Veränderung ohne die Begleitung zu Stress und zu Widerstand.
00:08:31: Das finde ich ganz spannend, dass man es reicht nicht einen schönen neuen Raum zu machen, eine tolle Kaffeemaschine dahin zu stellen und sagen, jetzt seid bitte mal alle anders, sondern Dann musst du natürlich die Führungskräfte mit einbinden, die Menschen, alle mit einbinden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erklären, warum machst du das?
00:08:50: Was ist denn unsere neue Art von Umgang miteinander?
00:08:53: Warum duzen wir uns auf einmal alle?
00:08:55: Und warum ist hier auf einmal alles so bunt?
00:08:57: Das war bisher doch gar nicht und das macht, das löst natürlich auch Stress aus, wenn du nicht genau erklärst.
00:09:01: Warum mache ich das denn eigentlich?
00:09:03: Das heißt diese Bedingung, ich verändere was.
00:09:07: Aber das alleine reicht nicht, um eine Veränderung im Inneren irgendwie anzustoßen, sondern ich muss schon das drumherum mitverändern und die Kultur aktiv mitgestalten.
00:09:16: Das finde ich eine sehr spannende Gedanke.
00:09:18: Ja gut, den Punkt hat man ja im Brötkast auch schon ein paar Mal.
00:09:21: Man unterschätzt glaube ich auch als Arbeit.
00:09:23: Es ist kein unheimliches Konfliktfeld, aber man unterschätzt als Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Rolle vom Arbeitsplatz.
00:09:33: Also alles so.
00:09:35: abgeschmackte Wörter, aber man verbringt das sehr viel Zeit.
00:09:40: Den Großteil der wachen Zeit.
00:09:43: Und mit diesem, es gibt ja verschiedene moderne Konzepte auch mit, ich buche mit meinen Arbeitsplatz, macht aber auch ein Arbeitnehmer, da muss man sich dann nicht wundern, irgendwie auch zum Gast, zum Durchreisenden und so.
00:09:55: Mein Zitsache, auf jüngere stehen da vielleicht drauf, öfter mal woanders zu sitzen oder in Gruppen oder in Projektteams, aber Wir müssen halt zugeben, dass viele, viele Menschen in Deutschland halt sich an ihrem Arbeitsplatz auch gerne einrichten, ein Foto von Kindern, vom Hund, Süßigkeiten in der Schublade.
00:10:13: Die Klassiker, die manchmal so belächelt, aber komischerweise älter ich werde, umso mehr respektiere ich die Sachen, weil nicht jede Tätigkeit in Unternehmen ist Fernseher.
00:10:24: Ja, also, wo man sagt, ich bin hier immer auf dem Move.
00:10:28: Sondern es sind auch teilweise sehr statische Tätigkeiten, die man braucht, auch in einem Unternehmen, um das stabil zu halten.
00:10:35: Und den Menschen dann ohne Rückfrage diesen geschützten Raum zu nehmen, finde ich auch schwierig.
00:10:44: Also, ich kann mich wundert es dann nicht, wenn da Rebellionen stattfinden, teilweise.
00:10:48: Also, ich sage mich noch mal ein bisschen damit, dass man das Thema so... Ein bisschen weitergefasst, nicht nur die Raubgestaltung, Architektur, Veränderung, Kultur, was macht das eigentlich?
00:10:58: Ich leite uns mal jemandem dazu ein, demnächst mal, in den nächsten Monaten, ich such mal, weil das interessiert mich einfach persönlich,
00:11:04: dass mehr Bauhaus war.
00:11:05: Bauhaus, mehr Klassizismus, mehr was auch immer.
00:11:09: Gründerzeit, Golden Age.
00:11:13: Gründerzeit ist ja die perfekte Überleitung zu deinem Thema.
00:11:15: Gründen und Innovationen, was haben wir denn noch?
00:11:18: Genau, also wir haben hier Mit dem Jahr zwanzig, sechsundzwanzig natürlich auch Gesetzesänderungen und da muss man sagen ein sehr erfreuliches Paket, ein Milliarden Booster wird kommuniziert.
00:11:35: Das ist die Forschungszulage und ich könnte das jetzt alles herunterbeten.
00:11:40: Ich werde es nur kurz halten und allen hören, denn empfehlen sich da mal darüber zu informieren, denn für KMUs gibt es eine Erhöhung.
00:11:50: bis zu zwölf Millionen Euro und es sind zwei Millionen Euro mehr Förderung als zuvor und gewisse Prozentspielereien, wie viel davon auch Nebenkosten sein können.
00:12:04: Das heißt, angestellte Auslagen und letzter Fakt und damit, wie dies bei der Empfehlung belassen, auch für Klein- und Solounternehmer in Beratungsfunktionen, die das dann in gemeinschaftlicher Forschungsarbeit mit anderen Unternehmen nutzen können.
00:12:20: Also bitte informieren, auch weniger Bürokratie, weniger ganz genaue Anträge, aber eins ist klar, was strenger geworden ist, ist der Innovationsanteil.
00:12:33: Das heißt, nur weil es für das Unternehmen neu ist, heißt es nicht, dass es allgemein innovationssträchtig ist.
00:12:42: Sondern es muss der Branche, dem Markt, der Wirtschaft Innovation bringen und nicht nur dem Unternehmen.
00:12:48: Also eine neue Webseite ist es nicht.
00:12:51: Wer hätte es gedacht?
00:12:56: Was für ein schönes Thema.
00:12:57: Vielleicht ist das jetzt eine der angekündigten Reformen, die uns... einfach auch wieder mit ein bisschen guter Laune durch das Jahr jetzt gehen lassen, die irgendwie was nach vorne bringen, weil ich glaube, wir brauchen eine ganz dringende Impulse, genau, die uns irgendwie mit ein bisschen besserer Laune
00:13:13: hier
00:13:13: ausstatten.
00:13:14: Also hier habe ich es nochmal, zwanzig Prozent Pauschale für Gemeinkosten, das ist schon ordentlich.
00:13:18: Das
00:13:19: ist ordentlich, ja.
00:13:21: Ich hätte dich gerne.
00:13:22: Und jetzt kommt unser Gast, der war jetzt schon.
00:13:24: Und
00:13:25: wir freuen uns, wir gehen mal rüber.
00:13:32: So, wir begrüßen heute im Märchenland Mittelstand Frau Dr.
00:13:37: Julia Dannert.
00:13:39: Hallo, liebe Julia, herzlich willkommen.
00:13:40: Hallo, ihr beiden.
00:13:42: Hallo.
00:13:43: Ich stelle dich kurz vor, das dauert jetzt ein Moment, aber das musst du jetzt mal aushalten, die ultimative Lobhude.
00:13:49: Leider gab es mal so eine Fernsehsinn, ne?
00:13:50: Ja, nimm dir Zeit.
00:13:52: Du bist geboren und aufgewachsen im Saarland, lebst in Saarland und in Zürich.
00:13:58: Bist Psychologin, Neuropsychologin, promoviert in Kognitionswissenschaften.
00:14:03: Bist Aufsichtsrätin, Beirät in Verwaltungsratsmitglied in den verschiedenen Organisationen.
00:14:12: Hast gegründet die Beratungsgesellschaft Alsir und Partners AG und bist in deinem Hauptberuf.
00:14:20: Und jetzt kommen wir erst zum Hauptberuf an der ETH Zürich, Vizepräsidentin für Personalentwicklung und Leadership.
00:14:28: Was habe ich vergessen?
00:14:29: Dass ich in meinem Hauptberuf eigentlich Mutter von drei Jungs bin.
00:14:33: Das ist nämlich die eigentliche entscheidende Thematik meines Lebens.
00:14:36: Aber darüber wollt ihr heute gar nicht mit mir reden, nehme ich an.
00:14:39: Unter anderem.
00:14:39: Ich
00:14:40: hätte es noch erwähnt, tatsächlich.
00:14:41: Aber ich dachte, wir bleiben kurz auf der beruflichen Ebene.
00:14:44: Du bist Mutter von drei erwachsenen Jungs, muss man sagen.
00:14:47: Halbwegs erwachsenen Jungs.
00:14:49: Genau.
00:14:50: Und die, die ich kennengelernt habe, ausgesprochen gut geraten.
00:14:54: So, wir wollen gar nicht über deine Aufgabe bei einer ETH in Zürich sprechen, obwohl das vielleicht nochmal eine weitere Folge wert wäre.
00:15:02: Lass uns ein bisschen sprechen über den deutschen Mittelstand.
00:15:05: Das ist das, was uns beschäftigt.
00:15:08: Was fällt dir dazu ein?
00:15:09: Was magst du am deutschen Mittelstand?
00:15:11: Was ist für dich das Märchenhafte daran?
00:15:17: Ist im Grunde als Psychologe eine spannende Frage, was ist das Märchenhafte am Mittelstand?
00:15:21: Was ist eigentlich überhaupt Kernmerkmal oder Kernelement von Märchen, habe ich mir überlegt?
00:15:26: Was ist es eigentlich, was Märchen ausmacht?
00:15:28: Und Märchen haben ja ganz häufig so etwas, was eine Heldengeschichte mit sich bringt.
00:15:34: Märchen haben häufig so etwas, dass man sagt, es beginnt im Kleinen, die Reise beginnt.
00:15:39: Es gibt irgendwie ein kleiner Held, der loszieht und die Welt revolutioniert.
00:15:44: Und ein kleines bisschen ist das auch etwas, was ich im Mittelstand sehe.
00:15:47: Ich habe Mittelständler begleitet in einer Beratungstätigkeit.
00:15:50: Die fingen irgendwo in einer ganz seltsamen kleinen Garage an mit irgendeiner Idee und sind dann am Ende des Tages... geendet als Weltmarktführer in irgendwas.
00:16:00: Das ist schon mehrchenhaft.
00:16:01: Das sind Heldengeschichten, die passieren.
00:16:03: Und in der Psychologie schauen wir uns häufig so Archetypen an und der Archetypo ist das guten Gründer, der irgendwie für alle sorgt.
00:16:11: Der guckt, dass seinem Königreich es gut geht.
00:16:14: Das ist schon auch was, was man in Märchen findet.
00:16:16: Und ich finde es faszinierend zu sehen, welche Typen in den verschiedenen Unternehmen hier und da so aufpoppen.
00:16:22: Das ist ein schöner Aspekt.
00:16:23: Dann hatten wir bisher noch nicht welche Archetypen.
00:16:26: Gründer sind und Mittelständler hochziehen und groß machen.
00:16:31: Das ist ein spannender Aspekt.
00:16:33: Da können wir später darauf eingehen.
00:16:34: Aber
00:16:35: gibt es die noch die Helden im Mittelstand?
00:16:37: oder hat sich der Mittelstand so professionellisiert mittlerweile durch Management geführt?
00:16:43: Oder siehst du noch die Gründer Helden im Mittelstand, erlebst du die noch so?
00:16:47: Ich erlebe noch die Gründerhelden und man muss sagen, wie bei jeder Helden Geschichte alles hat Licht und Schatten.
00:16:52: Und ich glaube, es gibt nicht die guten Gründergeschichten im Mittelstand und die bösen irgendwie Management geführten Geschichten im Mittelstand, sondern ich glaube, jeder Typus der Führung sowohl im Mittelstand als auch in großen Konzernen hat eine Schatten und eine Sonnenseite, eine Stärke aus der er oder sie agiert und auch etwas, was vielleicht genau Wegen dieser Sonnenseite, dann auf der anderen Seite auch im Weg steht, problematisch ist Wachstum hindert oder was auch immer.
00:17:19: Ich habe das zwar noch nie so betrachtet, aber es gibt ja Tausende Kleinmessen.
00:17:23: Also in meiner Funktion bin ich auch nicht nur auf Baumessen unterwegs, sondern auch woanders.
00:17:28: Und da stehen ja oft auch von KMUs Geschäftsführer auf diesen kleinen Ständen.
00:17:36: Da ist es faszinierend, wie viele unterschiedliche Menschen man da sieht.
00:17:41: und interagieren sieht, stimmt.
00:17:44: Da muss ich mal genauer darauf achten, welche Arten von Firmen, welche Typen von Menschen leiten.
00:17:50: Aber
00:17:51: ich finde schon, Sie haben schon immer irgendwas Gemeinsam, sowas Macherhaftes und sowas Aktives und nichts Abwartendes und Verwaltendes, sondern das sind schon Typen, hat die Unternehmen etwas, also Unternehmer von Unternehmen und ist schon spezieller Typus Mensch da drin.
00:18:12: Ja,
00:18:12: es ist zumindest eine spezielle Facette in einem Menschen, die angesprochen ist, zumindest in den Gründerjahren, in den Anfangsjahren, wenn man sich auf die Reise macht, um eine Idee in die Welt zu bringen, das glaube ich schon.
00:18:22: Und dann braucht es wahrscheinlich auch andere Typen, die hinzukommen.
00:18:25: Also ich kann mir vorstellen, es gibt so ein Unternehmer, der sehr stark diese Gründung vorantreibt und diese unternehmerische Energie hat.
00:18:31: Aber dann braucht es vielleicht auch eine visionäre Energie.
00:18:34: Dann braucht es vielleicht auch eine, die nicht im Hier und Jetzt macht, sondern die nach vorne schaut, die wie in Magier im Märchen dir zeigt.
00:18:41: was noch alles sein könnte und die Menschen auch verzaubert auf dieser Energie.
00:18:45: oder es braucht vielleicht auch eine Energie, die sagt, hey, wir müssen das als Freunde zusammentun und wir beide müssen das irgendwie gemeinsam durchziehen.
00:18:54: Ich brauche Gefährten, die sich mir anschließen, kooperative Fähigkeiten, auch eine Eigenschaft, die wahrscheinlich Gründer brauchen, dass sie Gefolgschaft gründen können und weitermachen können.
00:19:04: Und es braucht vielleicht auch etwas, was stärker eine Kriegerenergie ist, sich mal durchzukämpfen durch die harten Zeiten und mal weiterzugehen, wenn es auch schwierig ist.
00:19:12: Ich glaube schon, es gibt verschiedene Typen und je nach dem, was das Leben oder die Wirtschaft oder die Anforderungen gerade an uns herantragen, braucht es unterschiedliche Versetten.
00:19:22: Ja, ich liebe das, wie du das Bild wieder aufnimmst und die Reise hier beschreibst mit den verschiedenen Typen.
00:19:27: Super.
00:19:28: So
00:19:28: diese Dungeons & Dragons-Reisen-Probe.
00:19:31: Ja,
00:19:32: ich war eher... Die klassische
00:19:33: Heldenreise.
00:19:33: Ja, ich
00:19:33: war eher der Ringe jetzt gerade.
00:19:36: Die Elfe, der Zwerg, der Magier und
00:19:40: der Heldenreise.
00:19:42: Der Krieger.
00:19:44: Unbestritten leben wir gerade in verrückten Zeiten.
00:19:47: Hast du einen Einblick in... die Unternehmen gerade, vielleicht sogar auch ein bisschen aus einer halben Schweizer Brille und einer halben deutschen Brille, die du auffassst.
00:19:56: Was erleben deutsche Unternehmen gerade?
00:20:01: Ich glaube, Deutsche und Schweizer Unternehmen erleben ähnliche Dinge.
00:20:06: Die Intensität und die Betroffenheit ist unterschiedlich.
00:20:09: Und ich habe das Gefühl, dass die Intensität in allem, was ich sagen werde, für Deutsche aktuell stärker spürbar ist als für Schweizer.
00:20:17: Schweizer haben noch wie ein bisschen ein Puffer dazwischen.
00:20:19: Und zwar in unterschiedlichen Aspekten.
00:20:21: Also zum einen glaube ich, dass viele KMU-Unternehmen davon geprägt waren in der Vergangenheit, dass jemand eine gute Idee hatte und man dann für eine sehr lange Zeit planen konnte, überlegen konnte, agieren konnte.
00:20:36: Und dass Menschen sich auch KMUs angeschlossen haben, weil sie gerne eine Stabilität und eine Sicherheit in ihrem Leben gesucht haben und dort gefunden haben.
00:20:45: Und nun bricht in echt oder nur im Kopf diese Planbarkeit weg, die Planbarkeitszyklen, die Sicherheit von Szenarien der Zukunft, wie es denn sein wird, werden instabiler.
00:20:57: Und das führt zu einem erhöhten Maß an Suche.
00:21:01: Wie kann es sein?
00:21:02: Ich kann mich nicht mehr auf ein Szenario beziehen, sondern ich muss im Hier und Jetzt plötzlich sehr schnell mein Verhalten anpassen.
00:21:08: Und das ist anders als noch in der Vergangenheit.
00:21:10: oder wird anders erlebt als in der Vergangenheit?
00:21:13: Ist es anders oder wird nur so erlebt?
00:21:15: Wir leben ja im Zeitalter der Emotionen und das Fühlen sind manchen Punkten.
00:21:22: Fakten passiert ist es ja nicht immer.
00:21:24: Also, wo geht da der Pegel hin?
00:21:27: Jetzt habe ich natürlich hier als Psychologin geht mir mir der Alarm los.
00:21:29: Wir leben natürlich schon immer in Zeiten der Emotion und Emotion muss nicht kontrafaktisch sein.
00:21:35: Es kann durchaus auch sein, dass die Emotion sehr faktenbasiert ist und das ist genau stimmt.
00:21:40: Also de facto, wenn ich jetzt über Fakten sprechen würde, würde ich sagen... Planungszyklen haben sich verändert, Partnerschaften haben sich verändert, Produktionssicherheiten von Partnern, von Zulieferern, Marktentwicklungen, glaube ich haben sich verändert.
00:21:55: Ich bin keine Betriebswirtin, als solche habe ich mich nicht eingeladen.
00:21:58: Aber mein Empfinden ist, dass Unternehmen weniger lange in die Zukunft schauen können und dass das im Hier und Jetzt zu einem höheren Maß an Unsicherheit fühlt.
00:22:07: Man muss einfach Dinge tun, obwohl man noch nicht sicher weiß, ob das wirklich der Weg ist, den man gehen kann.
00:22:13: Das ist echt die spannende Frage.
00:22:14: War das nicht schon immer so?
00:22:16: War das nicht schon immer so, dass Unternehmer Entscheidungen unter Unsicherheit getroffen haben?
00:22:22: Oder sind die Rahmenbedingungen rund um die Welt, wie wir Sie jetzt gerade ganz explizit in den letzten Monaten waren, vielleicht auch in den letzten drei, vier Jahren durch die Ukrainekrieg und jetzt durch die USA nochmal ganz verstärkt, dass da irgendwie Gewissheiten wegbrechen?
00:22:39: Sind Sie das nicht immer, hatten wir nicht schon... Die Älteren erinnern sich Kuba-Krisen und den Kalten Krieg und einen Jugoslawien-Krieg und einen Iran-Iraq-Krieg und alle möglichen Konflikte auf der Welt.
00:22:50: Erleben wir sie intensiver, weil wir mehr Bilder sehen, weil wir permanent damit beschossen werden über Social Media und über alles.
00:22:58: Oder ist gerade mehr los, was wirklich, und wir haben über Fakten gesprochen.
00:23:04: was wirklich dazu führt, dass es unsicherer geworden ist.
00:23:06: Ich bin mir da ganz, ich bin mir da selber ganz unsicher.
00:23:08: Wir holen uns den Stress ja freiwillig.
00:23:10: Das ist ja noch verrückter.
00:23:11: Also wir werden nicht bombardiert, sondern wir bombardieren uns.
00:23:13: Wir lassen uns so gebombert, wenn das stimmt.
00:23:15: Ja.
00:23:16: Oder spielt es normal?
00:23:17: Entschuldige.
00:23:18: Oder spielt es gar keine Rolle, ob das echt so ist oder nicht?
00:23:21: In dem Moment, wo wir es empfinden, ist das ja echt für uns.
00:23:24: ganz viele verschiedene Facetten von Fragen.
00:23:26: Ich glaube, dass es schon immer so war, ja, und ich glaube, dass die Dichte und Intensität zugenommen hat.
00:23:31: Das glaube ich schon auch.
00:23:32: Also, wenn ich mir die Automobilbranche anschaue, dann gab es... über viele, viele Jahre die Sicherheit, wie sich deutsche Automobilindustrie entwickelt, zum Beispiel.
00:23:42: Das hat den Zulieferern in der deutschen Automobilindustrie eine gewisse Sicherheit gegeben.
00:23:46: Da kann man jetzt sagen, es gab immer mal wieder Ja, aber im Kern gab es eine gewisse Trajektorie, eine Stabilität für die Zukunft.
00:23:53: Da fallen jetzt Sicherheiten weg und das ist, glaube ich, kann es nicht genau sagen, aber ich glaube schon, dass das ein Unterschied ist.
00:23:59: zuvor her.
00:24:00: Holen wir uns diese Unsicherheit extra rein.
00:24:03: Ja, das glaube ich auch.
00:24:04: Ich glaube nämlich, dass Menschen, dass wir als Menschen gewohnt sind, dass wir uns innere Sicherheit durch Information verschaffen.
00:24:11: Und wenn wir die Möglichkeit haben, Informationen zu geben, möglicherweise ist das wie so ein Teufelskreis.
00:24:16: Ich will es mir eigentlich, ich suche Sicherheit und tue etwas, was dann vielleicht dazu führt, dass es wie nochmal und nochmal multipliziert mehr Fragen gibt.
00:24:24: Das kann durchaus sein, aber es ist allzu menschlich, die Sicherheit in Information zu suchen.
00:24:29: Und wenn die nicht da ist, führt das natürlich zu einer erlebten Unsicherheit, ja.
00:24:34: Also tatsächlich ist es genau das, was wir bei uns im Unternehmen auch erleben.
00:24:38: Wir versuchen eine Planung zu machen, klassischerweise machen wir die im Oktober, im November irgendwann, des Vorjahres und überlegen, und naja, wie wird denn das nächste Jahr wohl laufen?
00:24:48: In der Gewissheit, dass es garantiert nicht zu laufen wird, wie wir uns das gerade in dem Moment ausdenken.
00:24:54: Was machen wir jetzt damit?
00:24:55: Wie gehen wir denn in den Unternehmen damit um?
00:24:57: Weil wenn du, wenn das so stimmt, was du gesagt hast, dass Menschen insbesondere in diesen kleinen mittelständischen Unternehmen nach Sicherheit suchen, weil das sowas von Familie hat.
00:25:08: Familie steht eben auch für Sicherheit Familienunternehmen, deshalb gibt es die ja.
00:25:13: Und das bricht dann weg und es gibt auch da noch nicht mal mehr dieses Maß an Sicherheit.
00:25:17: Verliehen wir im Mittelstand dann echten Wettbewerbsvorteil?
00:25:22: Wow, also ich weiß nicht, ob es so eskalativ gleich ist.
00:25:25: Also ich weiß nicht, ob es unilateral so eskalativ gleich zum Wettbewerbsvorteilsverlust führt.
00:25:30: Das glaube ich nicht.
00:25:31: Aber ich glaube, dass wir in der Führung von Unternehmen in anderen Fokus legen müssen.
00:25:35: Ich glaube, dass wir als Führungskräfte viel stärker auf das schauen müssen, was Menschen auch unter Unsicherheit immer noch stabilisiert.
00:25:43: Dass wir uns nicht reiben lassen dürfen, indem wir zusätzlich noch panikmachende Narrative schüren und sagen, und das ist noch, und da werden wir bedroht.
00:25:50: und da.
00:25:51: Wenn wir viel stärker den Auftrag haben zu sagen, wo kann ich Stabilität inhaltlich anbieten?
00:25:58: Und
00:25:58: genauso wichtig, wenn ich auf der Inhaltebene die Stabilität nicht mehr anbieten kann, dann kann ich es immer noch, das ist mein Führhalten als Psychologin schon immer gewesen, ich kann es auf der Zwischenebene tun.
00:26:10: Ich kann quersubventionieren.
00:26:12: Wenn Menschen inhaltlich ins Fallen kommen, dann kann ich Unterstützung auf der Beziehungsebene anbieten.
00:26:17: Und das ist auch ein Job von Führung.
00:26:19: Und das geht gerade gut im Mittelstand.
00:26:21: Vielleicht ist das sogar ein Vorteil.
00:26:23: Du arbeitest mit Unternehmen.
00:26:24: Ja, du arbeitest Beretsunternehmen, ob in der direkten Beraterfunktion oder in der Beirats- oder Aufsichtsratsfunktion.
00:26:31: Die Führungskräfte sind ja selbst die, die in der Unsicherheit leben.
00:26:34: Was machst du mit denen?
00:26:35: Wie sagst du denen?
00:26:36: Jetzt sei doch mal sicher, damit du Sicherheit austragen kannst.
00:26:39: Und auch die Vorstände, die Geschäftsführungen, die sind ja alle in einem selben Unsicherheitsdilemma gefangen.
00:26:44: Was machen wir denn mit denen jetzt?
00:26:45: Wie kriegen wir die denn in die Kraft?
00:26:48: Ja, ich kann die nicht sicher machen.
00:26:50: Aber ich kann mit ihnen anschauen, wie schaff ich es, mit Ambivalenz umzugehen.
00:26:55: Welche Polaritäten gibt es?
00:26:57: Was ist das sowohl als auch, was ich gerade in diesem Moment erlebe?
00:27:01: wird gerade von mir gefordert zu sagen, ja, das stimmt.
00:27:04: Du musst auf der einen Seite Sicherheit geben und erlebst innerlich gleichzeitig Unsicherheit.
00:27:09: Aber das sind Momente, die wir als Menschen in ganz vielen Bereichen auch üben können.
00:27:13: Also, ich weiß nicht, wie oft ich schon mit meinen Kindern, wenn ich zum Beispiel ... Ich stelle euch vor, ihr geht mit eurem Kindern in den Flieger und sitzt mit einem Kleinkind zusammen im Flieger, fünf oder sechs, und es gibt Turbulenzen.
00:27:24: Und jeder von uns hat ein komisches Gefühl bei Turbulenzen.
00:27:28: Es mag irgendwie niemand.
00:27:29: Wenn ein Kind daneben ist, nimmt man es an die Hand und sagt, alles gut.
00:27:34: Passt schon, Turbulenz.
00:27:36: Und dieses... Also es ist ja nicht nur ein Vormachen, sondern es ist ein... Ich erinnere mich daran, dass ich Stabilität ausstrahlen kann für das System, das an mir hängt, nämlich meine Kinder, das ist mein Job.
00:27:47: Und das hilft mir auch mit der eigenen Situation oder eigenen Unsicherheit umzugehen.
00:27:51: Und nichts anderes machen Führungskräfte auch.
00:27:54: Ich soll akzeptieren, dass eine stimmt und... In meiner Rolle für dieses System ist aber der Auftrag an mich in meiner Haltung ein anderer und mich mit dem zu verbinden und darauf zu schauen, ist sicherlich der Auftrag an Führungskräfte und das ist das, was wir dann auch tun.
00:28:09: Wenn es jetzt auch ein bisschen platt klingt, aber wenn jetzt Führungskräfte die Rolle, so eine Elternrolle einnehmen, gibt es die Erzählung, ich weiß es nicht, von einer Psychologin erklärt, erfahre ich da jetzt bestimmt mehr, die Kinder müssen nicht alles wissen.
00:28:25: Alle Branchen sprechen ja über Transparenz.
00:28:27: Wie viel Transparenz ist denn da gemeint?
00:28:30: Also welche Transparenz?
00:28:32: Harte Fakten zahlen Transparenz oder geht es da um eine tatsächliche andere Transparenz, die gebraucht wird aus psychologischer Sicht?
00:28:40: Müssen die Elternfiguren dann mitteilen, wie es tatsächlich aussieht, was Unsicherheiten erzeugt?
00:28:47: Müssen Eltern gegenüber ihren Kindern immer sagen, wie es tatsächlich aussieht?
00:28:53: Weihnachten viel kleiner aus oder Klassiker?
00:28:57: Vielleicht gibt es, aber ich kenne sie nicht, keine einfache Antwort darauf.
00:29:01: Was ich versuche, selber einzuhalten und auch wenn ich Coaching mache oder Beratung mache, immer anzuschauen, ist, wem dient die Information?
00:29:09: Wozu teile ich die Information?
00:29:11: Teile ich die Information?
00:29:12: um mir selber eine innere Erleichterung zu verschaffen, damit ich es mal gesagt habe, damit man mich vielleicht besser versteht, damit es mir besser geht.
00:29:20: Oder wo ist der Anker?
00:29:22: Ist der Anker in mir?
00:29:23: Oder überlege ich, tue ich das jetzt gerade?
00:29:26: dem System dient, dem Unternehmen dient, weil das eine Information ist, die an dieser Stelle gebraucht wird.
00:29:31: Und da geht die Familienanalogie natürlich auch.
00:29:34: Meine Kinder müssen nicht alles wissen, wollen auch gar nicht alles wissen.
00:29:38: Und manchmal teile ich zu viel Information eigentlich nur, um mich selber irgendwie zu entlasten, selber etwas loszuwerden, vielleicht auch Allianzen zu schmieden mit meinen Kindern, gegen wen auch immer.
00:29:49: Also sind wir die Frage, wo ist eigentlich der Kern, wem dient das?
00:29:53: Und das würde ich an der Stelle auch sagen.
00:29:56: Und nein, Menschen brauchen nicht immer alle die gleiche Information.
00:29:59: Es ist auch nicht die Erwartung, weder von Mitarbeitenden noch von Führungskräften.
00:30:03: Es ist nicht die Erwartung.
00:30:05: Wenn wir nochmal auf die Führungskräfte gehen, brauchen wir eine andere Art von Führungskräften.
00:30:10: Wir haben jetzt sehr deutlich gesagt, dass das, was wir jetzt erleben, sehr wahrscheinlich eben nicht nur irgendeine Delle ist oder irgendwas, was wieder weggeht wie dieses Internet, was ja auch nicht wieder weggegangen ist, wo es einige Proben ausjetziert haben, sondern... dass dieses Maß an Geschwindigkeit, die uns hier permanent jeden Tag irgendwie einholt, das neue normal ist.
00:30:33: Macht das was anderes?
00:30:34: In der Auswahl von Führungskräften erlebst du das irgendwo?
00:30:36: Bist du in solchen Prozessen mal drin, dass wir sagen, wir haben nicht mehr den harten Machertypen als Führungskraft, wir haben nicht mehr den Entscheider, den Durchsetzungsstarken.
00:30:48: Denn irgendwie so ein bisschen den Achtziger, neunziger Jahre, vielleicht auch in den Nullerjahre-Typen noch, sondern wir haben eher den Flexiblen.
00:30:53: Wie ändert sich die Anforderung an Führungskräfte?
00:30:55: Frage eins.
00:30:56: Und jetzt, pass auf, jetzt kommt es.
00:30:57: Was mache ich denn mit denen, die noch da sind?
00:31:02: Also Frage eins, ich glaube, dass sich... das Profil von Führungskräften zu jeder Zeit in jedem Jahr immer irgendwie ein bisschen geändert hat.
00:31:11: Es ändert sich immer irgendwas.
00:31:12: Sie haben immer andere Menschen und es gab noch nie ein einheitliches Profil.
00:31:15: Gleichzeitig glaube ich, dass man weniger, dass wir im HR im Recruiting, dass wir weniger auf Konkretes Killsets gucken.
00:31:22: Es geht weniger um die Frage, was kann jemand bei sich natürlich immer stärker, und das ist auch schon in den letzten Jahren so, Bahn bricht, dass eine bestimmte Kompetenz eigentlich sehr schnell outdated ist und dass es sich sowieso alles sehr schnell ändert.
00:31:35: Das heißt, wir schauen uns viel mehr an, was sind Meterkompetenzen, die da drüber stehen.
00:31:39: Und Meterkompetenzen können Sachen sein, die tatsächlich wie Anpassungsfähigkeit, wie Geschwindigkeit im Denken.
00:31:47: Manchmal hilft es auch einfach zu sagen, hey, ich habe Leute, die sind schnell im Denken, die sind kreativ.
00:31:51: Das muss keine ganz konkrete Kompetenz sein, die können gut malen in der Kreativität.
00:31:56: Aber die können plötzlich viele Facetten einer Situation aus unterschiedlichen Momenten denken.
00:32:01: Das ist auch eine Kreativität.
00:32:03: Und das geht nicht nur im Recruiting.
00:32:05: Ich kann jetzt vielleicht ein kurzes Beispiel hier von der ETH in Zürich, was ja eine Hochschule ist, eine technische Hochschule ist, bringen.
00:32:12: Wir versuchen unseren Studierenden seit vielen Jahren.
00:32:15: diesen Metaskills in allen Vorlesungen mitzugeben.
00:32:18: Und das sind beispielsweise Metaskills wie Critical Thinking.
00:32:21: Also wie schaffen wir es, kritisches Denken in unsere Studierendenschaft zu bringen?
00:32:25: Das ist vielleicht ein Skill der Zukunft, die deutlich wichtiger ist.
00:32:32: Zweite Frage.
00:32:34: Was machen wir mit denen, die da sind?
00:32:36: Ich glaube, dass die, die da sind.
00:32:38: Auch nicht die Führungskräfte sind, die wir in den Achtziger, Neunziger oder Nullerjahren eingestellt haben.
00:32:43: Das sind Menschen, die genauso in den letzten Jahren auch von der äußeren Einfluss und von der inneren Entwicklung sich weiterentwickelt haben.
00:32:50: Und ich habe ein großes dafürhalten, unsere Führungskräfte, unsere Mitarbeitenden nicht so schlecht zu reden, wie sie sind.
00:32:58: Das ist so ein... So schlecht ist die Welt nicht, wir haben richtig gute Leute, vielleicht müssen wir auch ein bisschen stärker in die Ermutigung gehen und den Glauben wieder in die Mannschaft bringen, dass sehr, sehr viel möglich ist und dass sehr viel in ihnen steckt.
00:33:11: Wenn man so ein Unternehmen betrachtet, glaube ich immer, wir gucken in die große Welt, sehen da Länder und Verteilungen und manchmal ist eine Firma eigentlich wie so ein kleines Land, so ein kleines Märchenland.
00:33:26: Und da gibt es verschiedene Meinungen, verschiedene Strömungen, verschiedene Rollen.
00:33:29: Also insofern, die Analogie hatten wir jetzt schon ein paar Mal.
00:33:33: Inwiefern muss man auch in einem Unternehmen mit dem Teil Leben, der einem nicht so passt, kommt man jemals in einem Unternehmen an den Punkt, wo alle ihre Rollen perfekt erfüllen oder muss man das als Führungskraft oder auch Geschäftsführer einfach mal aushalten.
00:33:51: Also, weil die Auswahl da draußen mit HR, es ist ja nicht so, dass man immer genau das bekommt, was man eigentlich sucht, sondern es sind ja teilweise auch Abstriche, die man machen muss, um überhaupt voranzukommen.
00:34:03: Sonst wären ja manche Bürostühle leer.
00:34:05: Das
00:34:06: ist so.
00:34:07: Der berühmte Psychologe C.G.
00:34:08: Jung hätte wahrscheinlich gesagt, dass es bei jedem Archetypus, den wir haben, es gibt immer Schatten und Sonnenseiten und der eigentliche... Die eigentliche Königsdisziplin ist es, den Schatten zu integrieren, nicht den Schatten wegzubekommen.
00:34:21: Und möglicherweise ist auch das eine Königsdisziplin in der Führung, sich nämlich anzuschauen, welche Menschen habe ich und was ist in der Schatten, was ist denn das Schwierige, was sind denn die Probleme, die ich hier habe?
00:34:32: und was ist in diesem Schatten so drin, dass ich es vielleicht doch noch nutzen kann.
00:34:36: Machen Beispiel, wenn wir sagen, im Mittelstand gibt es viele... traditionalisten, Leute, die irgendwie sich nicht richtig bewegen, die die Dinge so tun wie schon immer.
00:34:45: Das ist häufig so ein Vorteil, dass damit einhergeht.
00:34:48: Die machen das Gleiche seit hundert Jahren.
00:34:50: Ihr habt vorher über das Thema Architektur gesprochen und die Überlegung zu sagen, ja, Gebäude, die sind irgendwie so hart zementiert im Geiste, wie schon die Halle in diese jeden Tag fahren.
00:35:01: Also diese Bilder gibt es ja.
00:35:03: Dann kann man diese Perspektive einnehmen.
00:35:05: Man kann aber auch die Perspektive einnehmen.
00:35:08: Moment mal, was ist denn das, was im positiven Hinter dieser traditionellistischen Weise auch steht?
00:35:13: An Loyalität, an Solidarität, möglicherweise auch an immer wieder auf das Aufmerksam machen, was im Guten überall die Jahre auch funktioniert hat.
00:35:22: Denn das muss ja auch nicht schlecht sein.
00:35:24: weil es alt ist oder weil es alt hergebracht ist.
00:35:26: Also ich glaube diese Auseinandersetzung, vielleicht sollten wir den weniger Erroganz führen, sondern das auch ein bisschen stärker positiv integrieren.
00:35:34: Also
00:35:34: finde ich exakt der Punkt, über den ich gerade mit Kollegen ganz viel spreche, nämlich es gibt ja eine bestimmte Mittelstand und auch in unserem Fall eine produzenten DNA, die über viele Jahrzehnte ja extrem erfolgreich war.
00:35:48: die viel Beständigkeit hat, die Zuverlässigkeit, die Prozessoptimierung, Lieferkettenoptimierung, all das, was wir jeden Tag machen, irgendwie um unser Geschäft anlaufen zu halten.
00:35:59: Das ist ja erfolgreich.
00:36:01: Genau.
00:36:01: Die spannende Frage ist doch, ist das die DNA?
00:36:05: die in Zukunft erfolgreich ist, wenn wir mehr Flexibilität, Daten gestürzt, wenn wir die über Digitalisierung, über KI, über Automation, über Agilität, über all die Themen sprechen.
00:36:16: Lässt sich das integrieren in die alte und erfolgreiche DNA, brauchen wir neue, müssen wir die verändern.
00:36:24: Das ist der Punkt an dem, zumindest erlebe ich ganz viele Kollegen irgendwie, an dem Punkt sind die, müssen wir was über Bord werfen oder müssen wir es erweitern?
00:36:31: und lässt es sich überhaupt erweitern, wenn wir mit Strukturen Jetzt gerade umgehen, die halt sehr erfolgreich waren und auch bewiesener Maßen erfolgreich waren.
00:36:41: Und die Frage immer, sind sie das noch in Zukunft?
00:36:46: Der Punkt mit den Polaritäten vom Anfang, das ist wahrscheinlich ein Sowohl als auch.
00:36:51: Sowohl das eine tun als auch überlegen, was ist denn der Anteil, den wir ändern wollen, aus dem wir vielleicht auch etwas anderes machen?
00:36:59: Und auch da, es ist eine sehr generische Frage und es gibt bestimmt keine generische Antwort, sondern in jedem Einzelfall ein genaues Hinschauen, das glaube ich schon.
00:37:08: Da fällt mir jetzt noch eine Frage dazu ein, die zwei Tausende und zwei Tausendzehnerjahre waren ja sehr geprägt dadurch, dass der Mittelstand sehr auf Konzernstrukturen geguckt hat.
00:37:20: Also wie machen es die Großen?
00:37:22: Man will so ein bisschen sein wie die erfolgreichen Konzerne.
00:37:26: Da wurden dann die Rollenbilder, die Titel, die Funktion, die Abteilung quasi im Kleinen kopiert und hat auch den Mittelstand in vielen Punkten professionellisiert.
00:37:37: Natürlich siegert dann auch Beratungskompetenz durch Dienstleister und Agenturen so von von großen zu mittelständnern runter.
00:37:47: Bis speziell in letzter Zeit frage ich mich, muss der Mittelstand vielleicht sich seiner Stärken bewusst werden und vielleicht wieder ein eigenes Strukturmodell entwickeln.
00:37:59: Das nicht ist wie im Konzern.
00:38:00: Wer das vielleicht nicht?
00:38:01: sogar eine Stärke, weil man schneller agieren kann, anders agieren kann und vielleicht dann doch die Konzernstrukturen mit ihren Abteilungen und Strategien eher die Dinosaurier sind.
00:38:15: wird noch zu sehr auf diese Konzerne geguckt mit ihren Kompetenzen in den Abteilungen und Rollen.
00:38:20: Ich kann es nicht sagen.
00:38:22: Wenn ich mir jetzt vorstelle, wie ich in den Konzernen unterwegs bin, dann würden die... Dann passt der Satz, den du vorher gesagt hast, mit ungekehrten Vorzeichen genau so.
00:38:30: Ich könnte genau so gut sagen, die Konzerne haben ganz viel versucht, von diesen Hidden Champions im Mittelstand zu lernen.
00:38:37: Da gab es Incubator-Modelle, da gab es Agile, irgendwie kleine Boote, die irgendwie schnell was tun sollten.
00:38:43: Da hat man genau das gemacht.
00:38:44: und jetzt kann man sagen, müssen die Konzerne, die ja jetzt auch gerade in Schwierigkeiten sind, müssen die nicht auch wieder viel mehr weg und sich aufhören?
00:38:51: Ich glaube, dieses sich wechselseitig befruchten in einem... Wirtschaftsmarkt und ausprobieren und mal passt das und mal passt das.
00:38:59: Es ist doch genau das, was Unternehmertum ausmacht.
00:39:02: Insofern eine pauschalierende Aussage, wir müssen so oder so machen, würde ich nie treffen.
00:39:06: Sondern sagen, hey, wo ist Feuer drin, wo ist Leidenschaft drin?
00:39:10: und dem nachgehen und sagen, okay, für unsere KMU passt das vielleicht nicht mehr.
00:39:15: Da haben wir uns verrannt in was.
00:39:17: Wir gehen wieder zurück und für andere anders.
00:39:19: Aber dieses, ich glaube nicht, dass Konzerne in einer viel privilegierteren Situation sind.
00:39:25: Und dass es generell so möglich ist, so zu sprechen, das wäre mir zu einfach, glaube ich.
00:39:29: Okay.
00:39:30: Also die Schnelligkeit kann uns schon noch auszeichnen im Mittelstand.
00:39:35: Und wir haben einfach die kurzen Entscheidungswege, wir müssen sie auch machen, dann müssen sie auch.
00:39:39: Und manchmal stehen wir uns natürlich auch ganz gerne selbst im Weg rum, wie das über und bei jedem Menschen auch so ist.
00:39:45: Lass uns nochmal auf ein Thema.
00:39:46: Kommen, was wir so ganz am Anfang mal hatten, als du noch nicht dabei warst.
00:39:49: Das ganze Thema Architektur und Räume und was macht?
00:39:54: Was macht Umgebung mit Kultur?
00:39:58: Find ich mega spannend das Thema.
00:40:00: und wir nehmen das Auffall bis am Anfang der Folge hatten.
00:40:05: Das berühmte Eckbüro und der lange Flur ohne Bilder und die Halle so viel mehr genannt und all das irgendwie.
00:40:14: Weißt du, kennst du dich da ein bisschen mit aus?
00:40:15: Weißt du, was macht Umgebung mit Räumen?
00:40:18: Lässt sich Umgebung verändern, dann verändert sich Kultur.
00:40:21: Oder verändert sich Kultur, dann verändert sich Räume, Großräumbüros.
00:40:24: Du hast von Erfahrung mit Großräumbüros noch nicht mal erzählt.
00:40:27: Das finde ich super spannend.
00:40:29: Welchen Anteil hat Umgebung und hat Räume an Kultur?
00:40:34: Ich glaube, jeder, der jemals gereist, weiß, welchen Anteil Räume und Raumgestaltung ein Kultur hat in einem wechselseitigen Zusammenspiel.
00:40:42: Das prägt sich wechselseitig oder das eine ist Ausdruck des anderen.
00:40:45: Also ich weiß, dass die Architekten an der ETH mir jetzt würden nicht wollen, dass ich darüber rede, weil ich da wirklich keine Expertin bin und ich kann nur phenomenologisch beschreiben, wie ich es erlebe.
00:40:55: Aber was ich natürlich schon erlebe, ist, dass Räume in ganz starker Ausdruck von Kultur sind und wechselseitig im Rückbezug Kultur auch definitiv wieder prägen.
00:41:05: Es ist ein bisschen wie mit Sprache und ich selber erlebe, dass ich arbeite in zwei verschiedenen Setups an der ETH.
00:41:12: Das eine ist in dem wunderschönen zum Teil von Herrn Semper gebauten Hauptgebäude der ETH Zürich.
00:41:18: Das ist ein sehr, sehr traditionelles, wunderschönes Altbaugebäude.
00:41:23: Und das andere ist ein Neubau Großraumbüro Shared Desk.
00:41:27: Und dort sitze ich mit sehr vielen Menschen in einem Großraumbüro.
00:41:30: Und ich habe tatsächlich das Gefühl, dass in diesem Shared Desk eine andere Lebendigkeit ist in der Zusammenarbeit in den kurzen Wegen, auch in der gegenseitigen, wechselseitigen Inspiration, im Positiven.
00:41:45: Was ich noch nicht erlebt habe, was ich mir genauso gut vorstellen kann, ist, dass wenn schlechte Laune ist oder wenn es... irgendwie nicht gut läuft, sich das dort möglicherweise auch sehr schnell dann ausbreitet.
00:41:56: Das habe ich zum Glück noch nicht erlebt.
00:41:57: Aber also Raumgestaltung heißt ja nicht immer nur, dass es positiv ist.
00:42:01: Das kann ja auch das Drittische sein.
00:42:03: Und das ist hier zum Beispiel im Hauptgebäude, sind die Räume sehr eng.
00:42:07: Da muss ich extra einen Effort machen, um irgendwo hinzugehen und jemanden zu sehen.
00:42:10: Das hat schon einen anderen Einfluss darauf.
00:42:13: Ich glaube, ich erlebe das enorm stark.
00:42:14: Und wenn ihr mal drüber nachdenkt, wie stark auch die Sprache sich zum Teil Raumbilder... bedient, um emotionale Situationen auszudrücken.
00:42:24: Also wir sagen schon, der Begriff der Angst kommt typologisch von dem Wort der Enge.
00:42:30: Also bedient sich einer räumlichen Metapher, um die Emotion der Angst auszudrücken.
00:42:35: Und Enge, da merkt man schon, da wird es auch emotional eng, dann wird es emotional ängstlich.
00:42:40: Also ich glaube schon, dass das einen hohen Rückbezug hat.
00:42:43: Ja, klar.
00:42:46: Super spannend.
00:42:46: Also das ist so ein Thema.
00:42:49: Da muss man sich schon ganz schön tief rein denken.
00:42:51: mal irgendwann, ich hätte da immer, also Michael, ich guck mal an so bei uns durchs Unternehmen, da ist Raum so wie Raum immer war.
00:42:59: Gut,
00:42:59: hier ist gut, oder?
00:43:00: Ja,
00:43:00: jetzt sind wir gerade in einem sehr, sehr großen Form, sehr viel Platz, sehr viel Platz für Gedanken.
00:43:06: Aber eigentlich in alle Unternehmen, in die ich reinkomme, ist diese Flure.
00:43:14: Ich weiß immer so, als junger Typ, wenn man sich irgendwo beworben hat, war mir immer total wichtig, wie ist mein allererstes Gefühl, wenn ich irgendwo reingehe, abgeholt werde, wie ist die Sitzecke, in der man wartet, wie wird man abgeholt, wo durch welche Räume geht man?
00:43:27: und in dem Moment, den ersten dreißig Sekunden, hat man irgendein Gefühl.
00:43:31: Und ich habe bisher immer irgendwie gemerkt, das stimmt.
00:43:35: Weil immer das, was ich dann irgendwie gespürt habe, aus der ersten räumlichen Erfahrung im Unternehmen, hat immer irgendwie das wiedergespiegelt, wie dann auch ... Kultur und Menschen waren, die ich dann getroffen habe.
00:43:46: Und man kann sich das ja durchaus zur Nutze machen.
00:43:48: Also ich glaube, Stechte Laune verbreitet sich im Großraumbüro auch schneller als als alleine im Kämmerchen.
00:43:54: Aber der Nutzen ist garantiert enorm.
00:43:57: Ja, ich fand die Entscheidung einerzeitlang, so die getroffen wurde, meine Frau hat das oft getroffen, dieser Weg zum Großraumbüro auch für Leute, denen es dann zu laut ist.
00:44:10: Also die Arbeitsphasen sind dann teilweise schwierig in Großraumbüros.
00:44:16: Auf der anderen Seite in kleinen Büros oder zweier Büros hat man eben diesen Kontakt zu den vielen Kollegen nicht.
00:44:23: Also es ist so ein bisschen, wenn es feste Büroplätze gibt, ist es schwierig, glaube ich, zu sagen, wie viel brauche ich von was.
00:44:36: Das erleben wir anders oder ich erlebe es anders.
00:44:38: Wir haben lange und viele auch zum Teil Studien gemacht zum Thema Future of Work, auch Raumgestaltung von Future of Work.
00:44:45: Und das ist ja nicht ein entweder ein Einzelbüro oder ein... Shared Desk und alles ist Großraum, sondern moderne Zukunftskonzepte in Arbeitswelten sehen ja schon so aus, dass es irgendwelche Boxen gibt, in die man sich zurückziehen kann, dass es Meetingräume gibt, dass es Bereiche gibt, die als Ruhebereiche auch deutlich gekennzeichnet sind oder als Telefonbereiche.
00:45:06: Also das sieht schon nicht aus wie hier ein riesengroßes Großraumbüro und jeder sitzt nur emsig am Rechner und macht irgendwas, sondern es gibt ganz bestimmte Aufgaben, tätigkeitsbezogene Bereiche.
00:45:19: Areale innerhalb dieser Zone, wo man sagt, das ist diese Zone, das ist die Zone.
00:45:23: Und das führt schon durch zu einer Form von Bewegung dort auch und hoffentlich auch geistiger Bewegung, die nochmal anders inspiriert.
00:45:30: Dieses optimale Konzept ist es aber für viele, die entscheiden, nicht zu dynamisch, sagen wir es mal so.
00:45:39: Also können sich Eigentümer von Mittelständern dazu durchringen.
00:45:45: ihre Welt so zu verändern.
00:45:47: Also, wie schwer ist es, das jemand so zu überzeugen?
00:45:49: Er sagt, ja, ich mache jetzt dieses moderne Konzept, halte ich für schwierig manchmal.
00:45:57: Ich
00:45:57: bin ja nun keine Architektin und ich würde auch nicht sagen, dass es für jeden passt und passen muss.
00:46:01: Und wenn ihr sagt, ihr habt aktuell Einzelbüros und das war schon immer so zum Beispiel, dann hat dieses schon immer so, war ja auch Ausdruck der Identität eures Unternehmens.
00:46:12: Und offensichtlich hat es repräsentiert eine gewisse Form von Beständigkeit.
00:46:16: Wenn jetzt der Eigentümer sagt, ab jetzt hätten wir aber gerne, dass eine stärkere Form von Bewegung da reinkommt.
00:46:22: Lass uns mal überlegen, wie wir das ausdrücken können.
00:46:24: Auch architektonisch, da gibt es bestimmt Experten.
00:46:27: hatten, die das gut beraten können, dann ist wahrscheinlich nicht der Sprung direkt ins komplette Shirt-Desk zu gehen.
00:46:33: Aber zu sagen, hey, lass uns mal überlegen, wie drücken wir denn dieses Bedürfnis aus?
00:46:36: Da gibt es ganz bestimmte tolle Sachen.
00:46:39: Ich erinnere
00:46:39: mich an vor zwei, zweieinhalb Jahren an andere Feng-Shui-Beraterinnen, die wir im Unternehmen hatten.
00:46:45: War schon spannend irgendwie.
00:46:46: Also da geht es natürlich immer um Räume und wo steht ein Schreibtisch und wo ist der Blick?
00:46:49: und ich glaube auch, wo geht die Sonne auf und wo kommt Licht rein und so weiter.
00:46:52: haben wir ganz schön wenig mitgemacht, wenn ich mir das noch mal so überlege, weil es dann doch irgendwie auch manchmal ganz schön kraftse Veränderungen hat und irgendwie, ich glaube, uns hat irgendwie der Mut gefehlt, das zu erklären, warum das hier zu sein muss.
00:47:05: Und die Erklärung dann zu sagen, das hat uns eine Feng Shui Beraterin gesagt, fand ich glaube, ich, wenn ich mich an den Gedanken richtig erinnere, zu dünn damals.
00:47:13: Aber vielleicht möchte ich mal die noch einladen.
00:47:15: Und weil wir uns Zeit weglaufen, ich habe noch ein Thema.
00:47:18: Ich würde dich bitten.
00:47:19: halte nochmal ein flammendes Plädoyer dafür, dass Unternehmen ältere Mitarbeiter wertschätzend behandeln und sie auch noch mit ... ... achtendfünfzig, neunfünfzig, sechzig Jahren ... ... einstellen.
00:47:29: Ich hab das Gefühl, vielleicht bin ich da in einer Bubble, aber ... ... ich hab das Gefühl, wir erleben ... ... einen Jugendwahn, wie ich ihn ... ... früher einfach vielleicht, weil ich selbst da irgendwann mal dazugehörte und jetzt nicht mehr ... ... nicht wahrgenommen hab.
00:47:42: Das Thema Jungsein reicht schon aus, um kompetent zu sein, um irgendwie besser zu sein als ... als ältere Mitarbeiter.
00:47:50: Und ich habe ein ganz komisches Gefühl dabei, dass wir da eine Generation, die noch zehn Jahre arbeiten muss, verlieren.
00:47:57: Falsche
00:47:57: warten,
00:47:59: oder?
00:48:00: Falsche weiß ich nicht, perception is reality, bei dir scheint das so zu sein, eine andere als ich es habe.
00:48:05: Aber wenn das deine, also ich erlebe das so nicht, vielleicht wenn ich ja noch so viel junger bin, nein, ich bin da an einem Bubble unterwegs, nein, nein, das ist nicht der Punkt.
00:48:12: Also ich erlebe das so nicht und ich würde, ich merke es selber, ich erlebe das so nicht und mein Plädoyer würde auch in die Richtung gehen.
00:48:20: Wir haben am Anfang gesagt, was wir brauchen, was die Gesellschaft braucht, was Unternehmen brauchen, was wir aktuell brauchen, sind Menschen, die es schaffen.
00:48:29: trotz
00:48:30: spürbar selbsterlebter Unsicherheit eine Form von Stabilität zu vermitteln, von Zuversicht zu vermitteln und von Zukunftsorientierung zu vermitteln.
00:48:38: Und in meiner Welt ist auch ein bisschen im Privileg der Jugend noch nicht gerade die Stabilitätsversette ihrer Persönlichkeit ganz besonders nach außen zu kehren.
00:48:46: Das heißt für mich bedeutet junge Menschen in einem Unternehmen zu haben, das sind die, die fordern, die auch mal ein bisschen was Verrücktes machen, die mit Ideen kommen, die ich vielleicht erst mal verproben muss und ähnliches.
00:48:57: Die Stunde der Zeit ist aber, wir brauchen, ich habe es eben gesagt, Polaritäten, sowohl als auch, wir brauchen Menschen, die auch in schwierigen Zeiten Führungskräfte Stabilität vermitteln und sagen, whatever it takes, wir ziehen das hier zusammen durch und ich bin da und ich glaube, es kommt gut, ich glaube fest dran.
00:49:14: Ich habe noch keine Idee wie, aber wir kriegen das hin.
00:49:17: Und dann kann man die anderen Dinge auch tun.
00:49:19: und das ist explizit eine Kompetenz, glaube ich, von einer Generation, die jetzt gerade nicht zum ersten Mal irgendwie mal einen Schuss an die Seite kriegt, sondern wir haben halt schon einige Dinge auch erlebt und das macht einen stückweit auch resilienter, zuversichtlicher und ruhiger, weil man weiß, nicht jeder, nicht jeder Alarm ist sofort einer, wo ich an die Decke gehen muss, sondern ich kann die Wellen auch nehmen und ich kann auch ein bisschen stärker mit oszillieren.
00:49:44: Deshalb glaube ich, das ist enorm wichtig, dass wir diese Menschen halten, entschuldige.
00:49:47: Ich
00:49:47: finde ich einen sehr schönen Bogen, sehr, sehr schönen Bogen, die da nochmal gespannt ist, weil ich sage genau, dass nämlich das Thema Unsicherheit aufnimmt, wäre auch meine, mein Play-Doh je zu sagen.
00:49:55: Lebenserfahrung hilft ja auch ein bisschen, um mal zu wissen, das ist jetzt ganz schön stimmig gerade, aber geht auch wieder vorbei.
00:50:04: Genau, kommt gut.
00:50:05: Und es ist, ja, ehrlich gesagt, habe ich schon zwei, drei Mal erlebt solche ähnlichen Situationen und irgendwie geht es dann auch wieder weg.
00:50:13: Und finde ich einen schönen Gedanken.
00:50:14: Ja, ich finde es interessant, dass man sich immer fragt, wer sind denn ältere Mitarbeiter im Unternehmen?
00:50:22: Also ich glaube die Den Personenkreis, den man im Kopf hat, die sind schon weg.
00:50:27: Die, die jetzt älter werden oder jetzt quasi ihre Rente schon in Sicht weiter haben, die sind auch härtere Gegner.
00:50:38: Also die sind nicht so mauseklein wie eine Generation vorher.
00:50:43: Die
00:50:44: können aus ihrer Erfahrung auch teilweise sehr, sehr scharf argumentieren.
00:50:50: und haben Meinung.
00:50:51: Ob die mal richtig sind, ist die andere Frage.
00:50:53: Aber ich glaube, dass sich, dass sich auch Alter verändert und das zu anderen Diskussionen führt, wenn man, wenn man irgendwas durchsetzen möchte oder wie die mit ihren Innovationen umgehen oder mit ihren Meinungen zum Markt etc.
00:51:11: Ich glaube, da, da, da tut sich jetzt dann doch noch mal was.
00:51:15: Also die sind schon lauter ein bisschen, wie die älteren, die man kannte.
00:51:18: Die anderen waren grobber vielleicht, ja.
00:51:20: Aber so hat jede Generation, die jetzt altert, auch neue Aspekte, die man, glaube ich, auch nicht ganz wahrnimmt immer auf den ersten Moment.
00:51:33: Ja, ich könnte mir auch vorstellen, die Generationen, die jetzt in Rente gehen, wenn man sich anschaut, wie Wirtschaftsentwicklungen in der Zeit ihres Berufslebens war, dann war das ein städtes Berg hoch, dann war das ein Wohlstandsmährung, dann war das eine Erfolgsgeschichte als Generation.
00:51:51: als Gesellschaft vielleicht auch individuell.
00:51:54: Das heißt, auf dieser Ebene muss ich sagen, die können wirklich mit dicker Hose zurückschauen und sagen, hey, das haben wir gemacht.
00:52:01: Jetzt kommt eine Generation und auch wir, wo man sagen muss, Moment mal, wenn wir zurückschauen, wir haben jetzt tatsächlich möglicherweise gehen wir irgendwann in die Berendung zu einem Zeitpunkt, wo wir für die nächsten Generationen eigentlich nicht alles nur so richtig Peachy hinterlassen.
00:52:15: Da gibt es einige Felder, die wir nicht so gut hinterlassen.
00:52:18: Also ich könnte mir auch vorstellen, dass die Generation vorher eigentlich mit erhobenen Hauptes und durchaus fordernd und forscht aufgetreten ist.
00:52:26: Und wir jetzt auch irgendwann Menschen haben werden, die individuell oder sogar als Generationen-Kohorte vielleicht auch zweifeln.
00:52:35: Genau das ist der Cliffhanger für das nächste Mal, wenn du bei uns zu Gast bist.
00:52:38: Selbstverständlich.
00:52:39: So haben wir das abgesprochen, den Ausstieg zu finden.
00:52:43: Also, ich gucke es ein bisschen auf die Uhr, wir müssen langsam zum Ende kommen.
00:52:46: Wir möchten immer... schließen mit einem positiven Ausblick, der da heißt irgendwie, alles wird gut.
00:52:54: Warum wird dann alles gut?
00:52:57: Ich glaube, es wird alles gut für den deutschen Mittelstand, weil wir, ich glaube, wir sind kurz davor und wir werden es unmittelbar erleben, dass die Gesellschaft Deutschland der Mittelstand aufhört sich selbst klein und schlecht zu reden.
00:53:10: Das ist uns reich, dass die Erschöpfung, als wir quasi erschöpft sind vom eigenen Jammertal und uns irgendwie schütteln.
00:53:16: Und dann, wenn wir uns schütteln, wieder auf das Besinnen, was im Guten und Positiven da ist und das andere mal zur Seite schieben.
00:53:21: Und damit wird es in enormen Schub geben.
00:53:24: Und ich spüre es an mir, ich habe keinen Bock mehr, die ganze Zeit darüber nachzudenken, was alles schwer und schwierig ist, sondern ich erlebe viel mehr in Trang in mir und eine Positivität zu sagen.
00:53:34: Habe ich jetzt gehört, genau deshalb braucht es Leute wie uns, dass wir es jetzt gut machen.
00:53:38: Fantastisch.
00:53:39: Ja.
00:53:41: Wo findet man dich, wenn man Interesse an deinem Fach hat?
00:53:45: Man findet mich auf der Homepage der ETH Zürich.
00:53:50: Man findet mich auf der Homepage von Asia und Partners.
00:53:53: Man findet mich... Auf LinkedIn findet man mich natürlich auch.
00:53:58: Ja, natürlich findet man
00:53:59: mich auch.
00:54:00: Gut, liebe Julia, wir bedanken uns ganz, ganz herzlich, was für ein kluges und schönes und tiefes Gespräch.
00:54:04: Vielen, vielen Dank dafür.
00:54:06: Wenn du Lust hast, laden wir dich gerne noch mal wieder ein.
00:54:09: Ich glaube, es gibt noch viel zu besprechen.
00:54:11: Vielen, vielen
00:54:12: Dank.
00:54:13: Vielen Dank für die Einladung.
00:54:15: Tschau, ihr zwei.
00:54:21: Spannende Sache.
00:54:24: Die Psychologen, die haben was zu erzählen.
00:54:26: Hab ich mal Respekt.
00:54:28: Hast du immer Angst, dass du analysiert wärst?
00:54:31: Es ist ein bohrender Blick.
00:54:35: Wie fernst du es?
00:54:36: Viel zu kurz eigentlich für ein riesiges Themenfeld.
00:54:40: Also wir hätten eigentlich die... Session nur über ein Thema machen können, über einen kleinen Teilbereich.
00:54:47: Ja, deswegen laden wir sie noch mal ein und führen das noch mal fortsetzen, dann noch mal dran an.
00:54:52: Aber ich finde halt den Blick in die aktuelle Unsicherheitssituation, die wir alle so empfinden, aus der Psychologenbrille noch mal ganz anders als aus der reinen wirtschaftlichen Brille.
00:55:05: Und mir macht es immer Spaß, mal so die Perspektive zu wechseln.
00:55:08: Ich bin der klassische BWLer.
00:55:10: Und habe natürlich eine sehr analytische Sicht auf die Dinge ganz oft.
00:55:14: Und dann mal so ein paar andere in Pulse zu kriegen, mag ich.
00:55:19: Das Hintergrund Wissen, das sie hat, führt es zu ihrer Entspannung.
00:55:25: Also sie macht einen sehr entspannenden und sicheren Eindruck.
00:55:31: Du hast ja die Vorstellung gehört und was ihr alles macht und was da im Leben alles stattfindet.
00:55:38: Sprich ja nicht so viel entspannte Zeit, irgendwie.
00:55:40: Ich finde, es hört sich an, als würde einmal einen Tag mit vierundzwanzig Stunden nicht ausreichen.
00:55:44: Aber klar, sie ist sicherlich eine Person, die mitten im Leben steht und sehr genau weiß, wie sie mit ihrer Zeit und mit ihrer Energie umgeht.
00:55:51: So erlebe ich sie auch immer.
00:55:53: Was ich nochmal gerne vertiefen würde, ist, was ich hier ein bisschen durchgezogen habe, weil wir es am Anfang auch hatten, Architektur und Kultur.
00:56:02: Da muss ich mich mal erkundigen, was bei denen da jetzt so kurz angedeutet mit Architekten an der ETH, was dafür Studien rausgekommen sind, das würde mich echt mal interessieren.
00:56:10: Ja, ich bin ja früher in meinen jüngeren Jahren sehr, sehr viel rumgekommen in sehr vielen Firmen.
00:56:15: Und was mir immer aufgefallen ist, auch bei sehr, sehr erfolgreichen KMUs, muss auch größere Unternehmen, war der Grund, warum renoviert er ja nicht einfach mal.
00:56:28: Also ist faszinierend wie ... wie man sich so einrichtet und das dann irgendwie sehr, sehr lange.
00:56:35: Also das ist ein Phänomen, weil diese Repräsentanz oft nicht so stattfindet.
00:56:44: Ja, weil es ja auch ein Zeichen irgendwie von dieser Beständigkeit ist.
00:56:47: Oder
00:56:47: Bescheidenheit.
00:56:48: Ja, aber auch Bescheidenheit.
00:56:50: Ja, klar.
00:56:54: Der typische Mittelstände, den Weg hat, wo uns Julia gesagt hat, den gibt es so pauschal nicht, aber uns klischeehaft nicht, aber den ich fühle in so einem Kopf hab, das ist ja schon eher ein bescheidener Typ.
00:57:03: Und der Hautsgeld nicht raus für irgendwelchen Schneckschnack, sondern dann tut es das auch nochmal zwei Jahre, bis das Ding hier gestrichen wird.
00:57:09: Und der ist ja auch sparsam.
00:57:10: Und so haben wir es ja auch erlebt.
00:57:12: Und ich finde, das ist ja erstmal eine super Tugend, das Geld zusammenhalten und gucken, dass ich das investiere, was auch wirklich werthaltend und wertschöpfend ist.
00:57:20: Aber ich glaube, es wird auch was mit einer Bodenständigkeit, mit mit Beständigkeit zu tun und mit der Tradition.
00:57:29: Eine Modernisierung heißt ja immer auch, irgendetwas zu verlassen und irgendetwas dann vielleicht sogar auch so ein bisschen emotional zu verlassen und zu sagen, Mensch, der Raum der doch immer so ausgesehen hat, mein Vater schon so eingerichtet, der soll so bleiben, das erleben wir ja auch immer wieder mal.
00:57:44: Aber am Ende ist, muss dann doch mal irgendwo der Pinsel drüber dann.
00:57:49: Also in der LBS fand ich mal interessant, die hat nur oben eine Kantine.
00:57:53: Da war ein ganz normales Bürogebäutern oben in der Vorstandsetage gegenüber der Kantine, war holzvertefelt und da hingen von durchaus sehr bekannten Künstlern original Skizzen und Stiche und so.
00:58:08: Ich dachte, ja, wir haben keine Angst, dass die irgendwie wegkommen.
00:58:14: Ich kam da auch nicht wieder rein.
00:58:16: Das ist ja, ich habe im Unternehmen gearbeitet, da kam man nicht in die Vorstandsetage.
00:58:21: mit einem Aufzug oder so, dann kamst du nur mit einer bestimmten Karte rein.
00:58:23: Das ist nicht nur, dass es räumlich getrennt war, das war auch abgeschlossen.
00:58:27: Und das hieß dann bei uns, das ist der Teppichbereich.
00:58:30: Ja genau.
00:58:30: Weil überall sonst war, war irgendwie Fliesen und so alte Industrieteppiche drin, irgendwie, was man da leicht zu reinigen war.
00:58:35: Und wenn man dahin ging, da ging man auch schon ganz anders.
00:58:38: Da war der Weich.
00:58:38: Da war der Teppich so weich, genau.
00:58:40: Da merkte man auch, wie man eine andere Haltung angenommen hat, wenn man da mal eingeladen war.
00:58:45: Und also das war richtig Räume machen, Kultur, genau.
00:58:49: Und irgendwie ein bisschen aus der Zeit gefallen.
00:58:53: Aber ich erinnere mich trotzdem ganz gerne, weil ich mit sehr viel Respekt auch immer reingegangen bin und dachte immer, wow, also wenn du hier sitzt, dann hast du es geschafft.
00:59:01: Aber man sieht ja auch, wenn man so guckt, wie sich Mittelständler, vor allem auch kleinere Mittelständler freuen, wenn es dann neuer Bürogebäude gibt oder so, das ist eine ganz... Echte Freude, wenn man sich das dann leistet als Unternehmen und setzt da einen schönen neue Büros und Produktionshallen hin.
00:59:21: Das ist dann auch ein erhebendes Moment.
00:59:24: So, das Thema Räume hat sich heute ein bisschen durchgezogen.
00:59:26: Räume und Veränderungen und Sicherheit und Unsicherheit.
00:59:29: Ich finde, das war eine ganz, ganz tolle Folge.
00:59:30: Ich freue mich sehr, dass Julia da war.
00:59:33: Und ich werde sie demnächst mal... bearbeiten, dass wir sie im Lauf des Jahres nochmal wieder hier befüßen dürfen.
00:59:39: Hoffentlich seid bestimmt immer noch mehr zu erzählen.
00:59:41: Das glaube ich auch, da bin ich sogar sehr sicher.
00:59:44: Also meine Lieben da draußen, wir wünschen euch alles Gute, bis zur nächsten Folge, Michael sagt noch kurz, wie ihr uns findet und dann alles Liebe, alles Gute.
00:59:53: Ja ihr Lieben, wie findet ihr uns?
00:59:55: Natürlich weitestgehend auf LinkedIn, der Dr.
00:59:58: Ingo Maikraaf, meine Wenigkeit der Michael Neukirchen.
01:00:02: Unsere Gäste natürlich, die Julia Dannat.
01:00:05: Wir werden es auch hier in den Show Notes verlinken.
01:00:09: Dann freuen wir uns natürlich auf unsere nächste Folge, die wir jetzt schon planen.
01:00:14: Ihr könnt euch auch freuen.
01:00:15: Ansonsten bleibt Tapfer im Märchenland Mittelstand und empfehlt uns weiter.
01:00:34: Das Medikamentenpaket kommt dann gleich.
01:00:37: Ich schick das einfach, weil das ist mit Therapie nicht zu machen.
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